Wer sich und sein Fahrzeug richtig auf den Winter einstellt, trägt maßgeblich zur Verkehrssicherheit bei, hilft der Umwelt und erhält den Wert seines Fahrzeuges. Hier die wichtigsten Tipps:

Winterreifen

Warten Sie mit den Winterreifen nicht bis zum Wintereinbruch, denn dieser kommt nicht selten völlig überraschend. Aufgrund der technischen Eigenschaften, seiner Zusammensetzung und seines speziellen Profils behält der Winterreifen bei niedrigen Temperaturen seine Elastizität, seine Weichheit/Biegsamkeit und somit seine Bodenhaftung. Gegenüber einem Fahrzeug mit Sommerreifen verbessert sich dadurch die Straßenlage, die Spurgenauigkeit und die Kurvenstabilität, außerdem verkürzt sich der Bremsweg.

Die Profiltiefe der Winterreifen sollte mindestens 4 mm betragen. Es dürfen nur die vom Fahrzeughersteller angegebenen Reifengrößen verwendet werden.

Spikesreifen sind erlaubt in der Zeit zwischen dem 01. November und dem 31. März. Es müssen dann alle Reifen mit Spikes und die Fahrzeuge am Heck mit einem „60 km/h“-Geschwindigkeitsschild versehen sein. Wer mit Spikesreifen fährt, muss folgende Geschwindigkeitsbegrenzung einhalten: 90 Km/h auf Autobahnen und Straßen mit mehr als zwei Fahrbahnen in jede Richtung;  60 Km/h auf den anderen Straßen, außer auf denen mit niedrigerer Geschwindigkeitsbegrenzung wie z.B. 50 Km/h in Ortschaften oder 30 Km/h in Schulnähe).

Schneeketten dürfen nur bei Schnee oder Eis benutzt werden. Es müssen dann mindestens die zwei Antriebsräder mit Ketten ausgestattet werden. So genannte Spike-Spider (Anfahrtshilfen) sind den Schneeketten gleichgestellt und dürfen unter gleichen Umständen verwendet werden.

Fahrzeug-Check

Um mit Ihrem Auto sicher durch den Winter zu kommen, sollten Sie außerdem folgende Maßnahmen durchführen:

  • Zündanlage checken lassen und veraltete Kerzen erneuern.
  • Bei älteren Batterien den Flüssigkeitsstand überprüfen und - wenn nötig - destilliertes Wasser nachfüllen.
  • Ölstand nachprüfen und bei Bedarf nachfüllen.
  • Wischerblätter inspizieren: Angefranste Wischergummis verursachen Streifen und Schmierenbildung auf der Scheibe und beeinträchtigen die Sicht erheblich. Schlechte Wischerblätter auswechseln.
  • Geben Sie Frostschutzmittel ins Kühlwasser und in die Scheibenwaschanlage. Betätigen Sie die Scheibenwischanlage anschließend, damit der Frostschutz in sämtliche Leitungen, Düsen und Pumpen gelangt.
  • Lassen Sie die Lichtanlage überprüfen und die Scheinwerfer einstellen.
  • Bei feuchtkaltem Wetter ist die Korrosionsgefahr der Stromführer doppelt so hoch. Streichen Sie Gummidichtungen mit Talkum, Glyzerin oder Vaselin ein, dadurch werden sie geschmeidiger und es wird verhindert, dass bei Frost Türen und Kofferraumdeckel festkleben.
  • Legen Sie Winterzubehör ins Fahrzeug: dazu gehört unter anderem ein Anti-Beschlagtuch, Eiskratzer, Eisspray, Starthilfekabel, Abschleppseil, Schlossenteiser, Handschuhe und eventuell Schneeketten, Decke, Handfeger und Klappspaten.

Fahrweise anpassen

Eine vorausschauende Fahrweise mit ausreichendem Abstand zum Vordermann ist im Winter oberstes Gebot. Folgendes ist zu beachten:

Lassen Sie Ihr Auto auf keinen Fall im Stand warmlaufen. Dies schadet der Umwelt und auch dem Motor. Der Motor kommt am besten auf Betriebstemperatur, wenn er nach dem Start im mittleren Drehzahlbereich gefahren wird.

Säubern Sie ALLE Scheiben - auch die Scheinwerfer! - IMMER und VOLLSTÄNDIG von Schnee und Eis. Vor allem im Winter gilt die Devise: Sehen UND gesehen werden!
Fahren Sie niemals unter Zeitdruck los.

Vorsicht: Schattige Waldstücke sowie Brücken oder Straßen, die an Flüssen liegen, sind besonders glatteisgefährdet. Bei glatter Fahrbahn vergrößert sich der Bremsweg erheblich (auch mit ABS).

Lenken und bremsen Sie ruhig und gleichmäßig und vermeiden Sie hektische Manöver. Bei abrupten Bremsvorgängen kann ein Unter- oder Übersteuern verursacht werden und man verliert die Kontrolle über den Wagen. Bremsen Sie zusätzlich, indem Sie rechtzeitig herunterschalten.

Wenn der Wagen aber dennoch einmal ins Schlittern kommt: Nicht in Panik verfallen! Hektische Reaktionen vermeiden, auskuppeln und das Fahrzeug gleichmäßig rollen lassen. Lenkrad festhalten, jedoch nicht umklammern.

Verlassen Sie sich nicht blind auf die Technik und die elektronischen Helfer wie AWD-ABS-ESP usw... Sie erhöhen zwar maßgeblich die Fahrsicherheit, sind aber kein Freibrief für einen riskanten Fahrstil. Auch die ausgefeilteste Elektronik kann die physikalischen Gesetze nicht außer Kraft setzen.

Bei Fahrzeugen ohne ABS nie gleichzeitig lenken und bremsen! Beim Bremsen auf glatter Fahrbahn geht die Lenkwirkung verloren und trotz eingeschlagener Räder schiebt das Fahrzeug weiter geradeaus.